Dienstag, 4. August 2020

In Bildungscamps werden neue Lernorte in Zusammenarbeit mit jungen Menschen, den Trägern aus nationaler und internationaler Jugendarbeit, Kindertageseinrichtungen, Schulen, Eltern, Unternehmen, Gewerkschaften, Krankenkassen, Universitäten, Stiftungen und Politik entwickelt. Somit stellen Bildungscamps eine Mischung aus Bildungsarbeit und Ferienfreizeit dar und bieten Möglichkeiten, die im curricularen Unterricht nicht möglich wären.

 

Insbesondere junge Menschen aus bildungsfernen Schichten oder mit Migrationshintergrund soll die Hemmschwelle sinken, an extra-curricularen Angeboten teilzunehmen. Durch eine „Partnerschaft auf Augenhöhe" wird schulisches und außerschulisches Lernen verzahnt und das Konzept auf die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Schüler abgestimmt.

 

Grundsätzliches zur Gestaltung von Bildungscamps

 

  • Praxis in Verbindung mit Theorie steht im Mittelpunkt allen Handelns.

 

  • Junge Menschen sollen unter einfühlsamer Anleitung sich selbst kennen lernen, sich selbst erproben und sich an erarbeiteten Ergebnissen erfreuen.

 

  • Dabei hat bei allem Zugewinn an Erkenntnissen der Nutzen für die anstehende praktische Lebensführung im Mittelpunkt zu stehen.

 

  • Ein besonderes Anspruchsfeld ist die Entwicklung von Phantasie und Kreativität.

 

  • Die Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln ist didaktischer Anspruch und methodischer Auftrag zugleich.

 

  • Gruppenarbeit und Teamdenken sind methodisch unabdingbar notwendige Organisationsformen.

 

  • Jedes Themenfeld ist in Bausteine zu gliedern.

 

  • Neben dem persönlichen Anwendungsnutzen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist die Persönlichkeitsbildung Reflexionsgegenstand eines jeden Bausteins.

 

  • Tagesbezogene Organisationspläne sind zur Ablaufstabilisierung erforderlich.

 

  • Sächliches und personales Equipment muss themenbezogen zur Verfügung stehen.

 

 

Lernferien des Landes Nordrhein-Westfalens und Stiftung Partner für Schule NRW

 

[Bericht der Lernferien 2010 mit Bildern als PDF-Datei]

 

Vom 11.-15. und vom 18.-22. Oktober 2010 versammelten sich je 18 Schülerinnen und Schüler der verschiedensten Schulen aus NRW, um jeweils eine Woche lang in der Jugendherberge Haltern am See mehr über das Thema Lernen zu erfahren.

Individuelle Unterstützung, aber vor allem eine neue, positive Sichtweise durch ermutigende, positive Lernerfahrungen bildeten das Ziel der Lernferien – Versetzung sichern. Die Jugendlichen wurden dabei von professionellen Trainern des Vereins Talente entwickeln e.V. begleitet.

 

Die Teilnehmer waren vor allem überrascht zu hören, dass es verschiedene Arten des Lernens und des Wissens gibt. Lernen umfasst weit mehr Bereiche und Erfahrungsgebiete als typischerweise damit verbunden wird: wie gehe ich mit anderen angemessen um, wie verhalte ich mich in der Gruppe, was kann ich gut, wie begegne ich neuen, herausfordernden Aufgaben, wie meistere ich schwierige Situationen?

 

Die ganzheitliche und erlebnisbasierte Perspektive von Lernen wurde durch zahlreiche Aktionen vermittelt: sei es durch einen anregenden Meinungsaustausch im Worldcafé oder bei Diskussionsrunden über das, was Lernen beeinflusst oder wie man mit Stress gut umgehen kann.

 

Highlights waren sicher das Geocaching, eine moderne Variante Schnitzeljagd mit GPS-Geräten, bei dem Teamplaying, mathematische Kenntnisse und Geschick gefragt sind, als auch die besonderen Abende am Lagerfeuer.

 

Dass Lernen Spaß machen kann, konnte darüber hinaus im Outdoor-Wissensquiz oder der Übersetzung von Lieblingssongtexten erlebt werden. Möglichkeiten zu kurzen Unterrichtseinheiten in kleinen Gruppen (vorwiegend Mathematik), um konkrete fachspezifische Fragen zu bearbeiten, rundeten die Woche ab.

 

Da sich die Jugendlichen in dieser Woche vor allem auch selbst besser kennen lernen sollten, war das persönliche Gespräch mit den Betreuern immer wieder von großer Bedeutung.

So beschäftigten sie sich intensiv mit ihren bisherigen Lebenserfahrungen, positive, als auch negative, sowie auf kreative Art und Weise mit der Vorstellung über ihre persönliche Zukunft. Unter anderem stand hier in der ersten Woche für einen Tag der WDR Lehrstellenbus zur Verfügung.

 

Darüber hinaus konnten sich die Teilnehmer bei Sportaktivitäten, Ausflügen und Spielen genügend Zeit, sich auch körperlich auszuagieren.

 

Als gebührenden Abschluss der erlebnisreichen Woche gestalteten die SchülerInnen dann jeweils selbständig einen kreativen Partyabend mit coolen Tanzeinlagen, leckeren Cocktails und ausgefallener Deko.

 

Hier bekommen Sie einen weiteren Einblick in die Aktion Lernferien und die Station des Lehrstellenbusses:

[http://www.wdr-lehrstellenaktion.de/radio/lehrstellen/programm/2010/lernferien_haltern.phtml]